StudioWest goes East Pt III - Poland
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STUDIO WEST GOES EAST, pt III - Film- und Videofestival
Dokumentar & Kurzfilm aus POLEN: 11. – 13. November 2004
FILME, GÄSTE, DISKUSSIONEN
Das Kino / Galerie 5020

Eröffnungsabend in Das Kino:
Donnerstag, 11.11. 2004, ab 19:00 Uhr. Eintritt. Eröffnungsfilme von Kryzysztof Kieslowski und Lech Kowalski. Buffet und Musik: Mag. Marek F. Suchan am Akkordeon.

Festivaltage in der Galerie 5020:
Freitag, 12.11. und Samstag, 13.11. Eintritt frei.
Filme, Publikumsdiskussion, Gesprächsrunde.

Noch ist Polen nicht verloren. Mit diesem vorsichtig optimistischen Satz reagiert die polnische Bevölkerung gewöhnlich auf die wechselvolle Geschichte des eigenen Landes. Es ist eine Geschichte bestimmt von Fremdbeherrschung und Identitätssuche. Seit dem Fall des Kommunismus ist das polnische Alltagsleben durch Natomitgliedschaft und EU-Beitritt neuerlich drastischen Veränderungen unterworfen. Dokumentarfilme sind meist sehr präzise seismografische Aufzeichnungen solcher Entwicklungen. Von den 70 er Jahren bis heute spannt sich daher der Bogen unseres Festivals.
Zu sehen sind nicht nur Filme von Altmeistern wie Kieslowski, Lozinski oder Fidyk, sondern auch weniger bekannte Werke und österreichische Uraufführungen. Die Vielfalt und der Einfallsreichtum der gezeigten Arbeiten untermauern in der Tat einmal mehr die These: noch ist Polen nicht verloren.

Eingeladene FilmemacherInnen werden persönlich ihre Arbeiten präsentieren.

Workshop mit Lech Kowalski. Der in Paris lebende Regisseur mehrerer preisgekrönter Dokumentationen über Polen präsentiert seine Filme und wird am Samstag, den 13. November einen von „offscreen“ veranstalteten Workshop halten. Dabei werden Szenen aus Kowalskis neuem, noch nicht fertiggestellten Film „East of Paradise“ und weiteres unveröffentlichtes Material analysiert und besprochen.

Eröffnungsabend. Das Kino 19:00 – 22:00 Uhr

Zbigniew Rybcynski „Oh, I can’t stop“ 1975 10 min
Kurzer Film über einen Lauf in das Zentrum der Stadt Lodz. Einzigartiges Zeitdokument von Oscar-Preisträger Zbigniew Rybcynski.

Krzysztof Kieslowski „Night Porter’s Point of View“ 1977 16 min
Pointiertes Porträt eines Nachtportiers, der die berufliche Disziplin auch im Privatleben nicht ablegen kann und selbst in seiner Freizeit Leute zu überführen versucht. Seine übertriebene Dienstbeflissenheit macht ihn zu einem perfekten Glied im System des kommunistischen Überwachungsstaates.

Lech Kowalski „On Hitler’s Highway“ 2002 81 min
Kowalskis preisgekröntes Roadmovie: entlang der ursprünglich von Hitler projektierten „Prachtstraße” in den Osten, trifft der Filmemacher unter anderem auf Outlaws, Minderheiten, oder Prostituierte.

DISKUSSION mit Lech Kowalski
Anschließend Buffet und Musik: Mag. Marek F. Suchan

Weitere Festivaltage: 12. Und 13. November in der Galerie 5020

Nähere Infos unter 0662/876450 oder www.studio-west.net
Anmeldungen für den Workshop unter office@offscreen.at

Mit Unterstützung von: Kunst. Bundeskanzleramt, Kultur Land Salzburg, Kultur Stadt: Salzburg, Öst. Ges. f. politische Bildung, Öst. polnische Gesellschaft Salzburg, Polnisches Institut Wien, Polish Television Channel 1&2.
In Kooperation mit: Das Kino, Galerie 5020 und offscreen.



Aus dem Programm:

Ein früher Kurzfilm von Krzysztof Kieslowski “Ansichten eines Nachtportiers” eröffnet das Festival. Der 1977 entstandene Film ist ein pointiertes Porträt eines Nachtportiers, der die berufliche Disziplin auch im Privatleben nicht ablegen kann und selbst in seiner Freizeit
Leute zu überführen versucht. Seine übertriebene Dienstbeflissenheit macht ihn zu einem perfekten Glied im System des kommunistischen Überwachungsstaates.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends ist Lech Kowalski´s preisgekröntes Roadmovie “On Hitler´s Highway”. Entlang der ursprünglich von Hitler projektierten “Prachtstrasse” in den Osten, trifft der Filmemacher unter anderem auf Outlaws, Minderheiten, oder Prostituierte und lässt sich neugierig und unvoreingenommen auf die unterschiedlichen Situationen ein. Lech Kowalski wird im Rahmen des Festivals auch einen eintägigen Workshop (organisiert von offscreen) leiten - eine einmalige Gelegenheit, Einblick in die Werkstatt des renommierten Regisseurs zu gewinnen.
Zum Ausklang des Abends spielt der in Salzburg lebende Akkordeonist Mag Marek F. Suchan im Foyer des Kinos. Ausserdem laden wir zu einem kleinen Buffet ein.

Die nächsten zwei Filmabende finden in der Galerie 5020 statt. Unter anderem zu sehen: Marcel Lozinski´s für den Oscar nominierter Kurzfilm "89 mm to Europe" und zwei Filme von Andrzej Fidyk, einem Altmeister des polnischen Dokumentarfilms, und jetzigem Chef der Dokumentarfilmabteilung im polnischen Fernsehen. Seine Filme "Russian Striptease" und "Parade" sind ironische Auseinandersetzungen mit Ausformungen des Kommunismus, bzw. Auswirkungen dessen Zerfalls. Maria Zmarz-Koczanowicz wird einige ihrer Werke präsentieren, sowie Marcin Koszalka, ein prominenter Vertreter der jüngsten Generation polnischer Filmemacher. Sein lakonisches Familienporträt "So einen netten Sohn habe ich geboren" wurde international ausgezeichnet und repräsentiert einen neuen, erfrischenden Trend im Dokumentarfilmschaffen: mit Hilfe einer kleinen, semi-professionellen Videokamera, eine unbeschwerte und möglichst direkte Annäherung an das Private zu versuchen. Dieser Methode hat sich auch Grzegorz Muskala mit "The Ranger" verschrieben: in der Enge der kleinen Wohnung, die ein Physiklehrer mit seiner Mutter bewohnt, offenbart sich die Diskrepanz zwischen der realen Welt und der vom Protagonisten imaginierten: die Lebensphilosophie seines Helden, "Walker, Texas Ranger" - findet im polnischen Alltag keine rechte Umsetzung.
Ähnlichkeiten mit Kieslowski´s "Ansichten eines Nachtportiers" sind offensichtlich und durchaus beabsichtigt, und somit schliesst sich der Kreis: die Referenz an den Altmeister wurde dieses Jahr beim Festival in Kazimierz Dolny mit dem "Preis für den besten Dokumentarilm" ausgezeichnet.

Programmauswahl: Andreas Horvath. Freischaffender Photograph und Filmemacher

StudioWest goes East 3 - Polen


 

 

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