„und, also, aber. reden über thomas bernhard“ – von Sepp Dreissinger
Betreuung: Karin Helml
Ein Film von Sepp Dreissinger anlässlich des 80. Geburtstages des Dichters (Feb. 2011).
(Thomas Bernhard 1931 – 1989)
Das sogenannte „abgeschiedene Leben des Thomas Bernhard“ stellte sich im Verlauf der Recherche der Dokumentation als nicht der Realität entsprechend heraus. Thomas Bernhard hatte einige Freunde in seiner näheren Umgebung, die er regelmäßig besuchte. Das Bild, das sich aus den bereits geführten Gesprächen ergibt, widerspricht der allgemeinen Meinung, dass sein Vierkanthof in Ohlsdorf (Oberösterreich) eine meist verschlossene Festung und Thomas Bernhard eine introvertierte, nicht zugängliche Persönlichkeit gewesen sei. Vielmehr war Thomas Bernhard ein blendender Unterhalter, der seinen Freundeskreis regelmäßig aufsuchte.
Durch Gespräche mit Personen aus dem engsten Umfeld Thomas Bernhards (Familie, Freunde, Kollegen) versucht Sepp Dreissinger eine Annäherung an die Persönlichkeit des Dichters. Das verbindende Element für die filmische Umsetzung sind die Fahrten zu den Häusern. Die eigenen drei Häuser von Thomas Bernhard, die Häuser der Freunde, die Kaffeehäuser und Gasthäuser in Ohlsdorf und Umgebung sowie in Wien. Das neue Filmmaterial wird durch Fotos von Sepp Dreissinger ergänzt, der in den letzten zehn Lebensjahren Thomas Bernhards bevorzugter Fotograf war.
„Durch die Veröffentlichung meines Bildbandes über Thomas Bernhard „Thomas Bernhard. Portraits. Bilder & Texte“ (erschienen in „Bibliothek der Provinz“, Weitra 1992), veröffentlicht kurz nach dem Tod des Dichters, lernte ich sämtliche Freunde, Weggefährten und sein familiäres Umfeld kennen. Durch die Veröffentlichung und der darauffolgenden positiven Resonanz, das sich u.a. in Helmuth Karaseks Weihnachtstipp in der Sendung „Das literarische Quartett“, niederschlug, erlangte ich das Vertrauen der im Buch beteiligten Personen. Die Nähe zu diesen Protagonisten im Leben Bernhards machte es mir möglich, beinahe 20 Jahre nach dieser Veröffentlichung, dieselben Menschen noch einmal aufzusuchen und sie über ihr Verhältnis zum Menschen Thomas Bernhard zu befragen. Einige der Personen, von denen ich bereits Statements über Thomas Bernhard aufgenommen habe, sind inzwischen verstorben wie Architekt Viktor Hufnagl, Wendelin Schmidt-Dengler, Gerda Maleta und Fabian Kulterer.“ (Sepp Dreissinger, Wien 2009)
Die Blutpresse (Arbeitstitel) – von Julia Schrammel
Betreuung: Andreas Baumgartner
Der Dokumentarfilm „Die Blutpresse“ handelt von den unterschiedlichen Sichtweisen und den daraus resultierenden „Wahrheiten“ und Schicksalsschlägen der Journalisten am Tag des wohl blutigsten Putsches vom 11. September 1973 in Chile und vom 24. März 1976 in Argentinien.
Die Vergangenheitsbewältigung geschieht sehr langsam und es vergeht kein Tag in Lateinamerika, wo nicht über die blutigen Diktaturen heftig diskutiert wird. Die damals aufgebrochene Zeit der extremen Spaltung der Gesellschaft dauert bis heute. Die einen feiern Pinochet und Videla nach wie vor als jene Helden, die ihnen damals aus der politisch chaotischen Situation verhalfen, während die Anderen im Zwiespalt sind, zwischen Trauer und Hoffnung vielleicht doch noch ihren geliebten Menschen wieder zu finden.
Der Film soll die Macht und Ohnmacht der Medien unter diktatorischem Regime aufzeigen und die „Schuldfrage“ der Medien klären.







